Hier kann ein Erfahrungsaustausch zwischen den betroffenen Menschen erfolgen. Es war mir damals wichtig dieses Forum zu erstellen um von meiner Leidenszeit und Erfahrungen zu berichten und vor allem um anderen Betroffenen ein wenig die Angst zu nehmen. Mir hätte das damals sehr geholfen, denn ich stand völlig alleine da. Einzig ein Gästebuch von meinem späteren Operateur gab mir ein wenig Hoffnung aber eben nur ein wenig, da ja nur positives darin stand. Hier soll ein freier Meinungsaustausch erfolgen ohne irgendwelche Menschen zu beleidigen oder schlecht zu reden. Bitte verhaltet euch fair zueinander! Jeder ist für sein Geschriebenes selbst verantwortlich und stellt seine Beiträge dauerhaft und kostenfrei zur Verfügung.
Alle persönlichen Meinungen sind zu respektieren und es wird nicht geduldet schlecht über andere Mitglieder oder Operateure, Ärzte zu reden. Wer sich daran nicht hält, wird kommentarlos gelöscht! Im Impressum wurde von einem ehem. Admin ein falscher Name und Adresse eingetragen dies wurde bereits beantragt zu korrigieren. Andre Knebel, Kronau ist richtig.
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kurz zu meiner Geschichte – vor gut 4 Jahren fingen meine Probleme an mit leichten Halsschmerzen, die nicht verschwinden wollten. Mein HNO hatte die Vermutung, daß es vom Magen kommen könnte, was von einem Gastroenterologen bestätigt wurde. Er stellte fest, daß ich eindeutig unter Reflux leide, der sogar einen, zum Glück nur sehr kleinen, Barrett Ösophagus verursacht hatte. Ein kleiner Zwerchfellriss wurde auch diagnostiziert. Ich ging den klassischen Weg mit Ernährungsumstellung und PPIs in unterschiedlichen Dosierungen, aber nichts davon konnte mir wirklich helfen. Die Halsschmerzen wurden immer intensiver und ab einem bestimmten Moment gab es mehr schlechte als gute Tage. Ich beschloss das Problem über eine Operation angehen zu wollen und habe mich deshalb an Dr. Ablassmaier gewendet. Er schickte mich zur Manometrie und pH-Metrie. Diese zeigten einen normal arbeitenden Muskel, aber einen hohen DeMeester-Score von über 40. Die Entscheidung fiel bei mir schnell und wir vereinbarten einen Termin zur OP. Ich möchte allen Interessierten nun in Form eines Tagebuchs erzählen, wie die OP und die Genesungszeit ablaufen. Vielleicht kann der ein oder andere ja nützliche Informationen daraus ziehen. Wenn es entscheidende Veränderungen gibt, schreibe ich das Tagebuch natürlich fort, aber erst einmal beginne ich mit den ersten drei Wochen. Um eines vorweg zu nehmen. Sollte mir die Frage gestellt werden, ob ich die OP wieder machen würde, kommt hier meine glasklare Antwort – ja, auf jeden Fall! Es ist noch nicht alles perfekt, aber das kann man nach drei Wochen auch noch nicht erwarten, und schon jetzt habe ich so viel Lebensqualität zurück gewonnen, daß ich mich eigentlich nur über mich selber ärgere. Ich hätte den Eingriff doch schon viel früher machen lassen!
Dann legen wir mal los und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Tag 1
- Wie aufgetragen, stehe ich um Punkt 8:00 am Empfang der Arabellaklinik in München Bogenhausen. Die Aufnahme erfolgt professionell. Mir wird mein Zimmer gezeigt, alles erklärt und mitgeteilt, daß die OP selber erst gegen 13:00 stattfinden wird. Warum musste ich dann so früh aufstehen? Egal – Hauptsache es geht endlich los. - Gegen 9:00 geht die Tür auf. Ich bekomme einen Zimmernachbarn. Er bekommt die gleiche Operation. Das trifft sich günstig, denn so hat man gleich ein Gesprächsthema und kann sich austauschen. Erste Irritation kommt bei mir auf. Er soll auch gegen 13:00 operiert werden. Das glaube ich nicht. Die OP macht nur der Dr. Ablassmaier und egal wie genial der ist, zwei OPs gleichzeitig wird auch er nicht schaffen. Aufklärung folgt. - Die Klinik befindet sich übrigens in einem riesigen Hotel und ist hier und da schon deutlich in die Jahre gekommen. Hier müsste dringend renoviert werden, aber alles Nötige ist vorhanden und sauber ist es auch. Die Zimmer sind recht klein mit zwei Betten, Schränken und einem kleinen Fernseher ausgestattet. Draußen ist ein schöner Frühlingstag, es ist angenehm warm, was sich leider im Zimmer potenziert. Wir schlafen nachts bei offener Schiebetür, sonst ist es echt zu viel. Haken an der Geschichte – wir sind in einer Großstadt und die macht Lärm. Unten verläuft eine Hauptstraße. - Jetzt heißt es warten. Irgendwann gegen 10:00 klopft es an der Tür. Hr. …, es geht los. Was – jetzt schon? Es hieß doch gegen 13:00! Hier hatte sich die Schwester beim Einchecken wohl auf ihrem Zettel vertan. Ab jetzt wird es hektisch. Schnell raus aus den Klamotten und rein in die tolle OP-Kleidung bestehend aus Kitteln und einer sexy Netzunterhose. Ab zum OP. - Das Personal ist durchgehend sehr nett, derweilen gefühlt etwas chaotisch organisiert, aber alles läuft dann doch professionell ab. Habe eine warme Decke bekommen, werde unzählige Male gefragt wie ich heiße, wann ich geboren wurde und für welche OP ich da sei. Das kommt einem nach dem 3 Mal zwar ziemlich dämlich vor, hat aber irgendwie seinen Sinn. So wird bis zum allerletzten Moment ausgeschlossen, daß man auf dem falschen OP-Tisch liegt. Man will ja nicht zur Zwerchfellriss-OP antreten und mit einer Brustvergrößerung aufwachen. Dem Dr. Ablassmaier begegnet man im Vorzimmer des OPs übrigens an dem Tag auch zum ersten und letzten Mal. - Erst einmal auf dem OP-Tisch angekommen, geht es dann rasend schnell. Wir leiten jetzt die Narkose ein – peng – dunkel – OP vorbei. Davon bekommt man nicht das Geringste mit. Nicht so schön war für mich das Aufwachen, da will ich ganz ehrlich sein und nichts beschönigen. Ich hatte noch nie eine Intubationsnarkose, drum weiß ich nicht, ob das immer so ist. Beim Aufwachen hatte ich das Gefühl keine Luft zu bekommen, die Nase war zu, der Rachen auch irgendwie und Schüttelfrost bekam ich auch noch. Mir wurde dann Sauerstoff gegeben und warum auch immer wurde ich immer ruhiger und dann ging es auch deutlich bergauf. Mir wurde sofort mitgeteilt, daß die OP gut verlaufen sei. Damit war ich fürs Erste beruhigt. Der Doc ist halt ein Profi und macht das im Halbschlaf, aber eine kleine Restangst bleibt ja doch. - Gegen 12:00 geht es zurück ins Zimmer. Ich kann alleine laufen, darf auf die Toilette gehen und dann ab ins Bett, schnell den Angehörigen Bescheid geben und noch mal die Augen zu machen. - Zimmernachbar kommt zurück. Bei ihm ist auch alles nach Plan verlaufen. - Am ersten Tag dürfen wir nur 250ml Wasser trinken, der Rest kommt über Infusion. Scheint zu funktionieren, denn ich muss permanent auf die Toilette. - Ok – dann angstvoll ran an den ersten sehr vorsichtigen Trinkversuch, Stoßgebet nach oben und erster Schluck – geht runter. Mann bin ich erleichtert. Man spürt ganz deutlich, daß da jetzt ein Widerstand am Magen ist, aber das war ja auch das Ziel. - Über den Tag verteilt bekommen wir 3-mal Schmerzmittel als Infusion, wozu ich nur raten kann. Das Mittel (ich meine es war Novalgin) ist nicht wahnsinnig stark, erleichtert das Ganze aber doch um ein ganzes Stück. - Zum Thema Schmerzen. Der Wundschmerz am Bauch, also an den 5 kleinen Schnitten, ist fast zu vernachlässigen. Klar brennt es ein Bisschen, aber das ist wirklich auszuhalten. Etwas anders sieht es mit den prognostizierten Schulterschmerzen aus. Die sind tatsächlich nicht ganz ohne. Da mag jeder ein anderes Empfinden haben, aber da es meinem Zimmernachbarn auch so ging, scheint es normal zu sein. Die Schulterschmerzen spürt man bei jeder Bewegung und jedem Atemzug. Ich muss lange nach eine Liegeposition suchen, in der die Schmerzen nicht so stark sind. Zähne zusammen beißen, da muss man durch. Wo die Schmerzen her kommen, kann man nachlesen. Kurzfassung – durch das Aufblasen des Bauchraums wird ein Nerv geärgert, der u.a. auch mit dem Schulterbereich verbunden ist. Ein weiterer Schmerz, der nirgendwo erwähnt wird, entsteht durch die Intubation und breitet sich gefühlt im ganzen Rachenraum aus. Man kann gar nicht beschreiben, ob es ein Brennen, oder das Gefühl eines starken Muskelkaters ist. Es tut auch alle Fälle ziemlich weh, schwächst sich aber von Tag zu Tag mehr ab. Im Internet geschrieben stehen bis zu 10 Tage. Man wird sehen. - Der große Moment, die Schwester bringt etwas Essbares, eine klare Brühe. Der Geschmack? Da breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens drüber, ist halt Krankenhausessen, aber darum geht es jetzt auch nicht. Die Suppe geht runter, aber man muss wirklich aufpassen. Ein etwas zu großer Schluck wird direkt mit einem unangenehmen Ziehen in der Magengegend und den Schultern bestraft. Eines vorweg – dieses Problem begleitet einen noch mehrere Tage. - Gegen 22:00 gibt es die letzte Infusion mit Schmerzmittel und ein paar Kautabletten Lefax, die den Abtransport des Gases aus dem Körper fördern sollen. Diese Tabletten bekommt man am Folgetag auch immer mal wieder gereicht. Nach der Infusion ist man endgültig reif für die Nacht. Antischulterschmerzposition suchen und Augen zu.
Tag 2
- Die Nacht war so lala, freue mich auf die erste Portion Schmerzmittel, die auch schnell kommt, gefolgt von Fiebermessen, Blutdruckmessen, Flüssigkeitsinfusion, alles organisiert von einer sehr lustigen jungen Krankenschwester. - Es gibt Frühstück – hurra! Die Freunde währt nur kurz. Es gibt wieder die Brühe, diesmal begleitet von zwei kleinen Töpfchen Apfelmus und Grießbrei. Schlucken läuft gut, aber es heißt abermals aufpassen, langsam, kleine Portionen, weil sonst tut es weh! - Einem wird geraten viel zu Laufen, damit das restliche Gas aus dem Körper entweichen kann. Laufen ist nicht das Problem, wurde ja nicht am Fuß operiert, aber die große Frage ist, wohin. Die Klinik besteht nur aus einer Etage und damit nur einem Flur, der Rest des Gebäudes ist ein Hotel. Man dürfte sich zwar innerhalb des Gebäudes bewegen, aber Hotelflure laden halt auch nicht so richtig zum Spazierengehen ein, und Hotelgäste reagieren leicht irritiert angesichts planlos umherlaufender Personen in Flipflops, mit zerzausten Haaren, Jogginghosen und Nadeln in den Venen. Unterm Strich bleibt nur der eine Flur, den man mehrmals am Tag auf und ab läuft. Ziemlich langweilig, aber was tut man nicht alles für die Genesung. - Wie schaut es aus mit den Schmerzen? Bei den Schnittwunden ist alles wie gehabt, tut etwas weh, ist aber gut auszuhalten. Schultern und Rachenraum, das sind die kritischen Stellen. Da will ich auch nichts beschönigen, es tut schlicht und ergreifend einfach weh. Das Schmerzmittel lindert die Schmerzen, aber hier muss man die Zähne zusammen beißen. Bei meinem Leidensgenossen und mir ziehen die Schulterschmerzen jetzt eher in den Nacken, warum auch immer. - Mittags rollt erneut Essen an. Bitte nicht wieder Brühe, denke ich mir! Bitte wird erhört, es gibt Kartoffelsuppe. Ob die jemals eine Kartoffel gesehen hat, weiß es nicht, aber sie ist warm und fühlt sich dann doch irgendwie nach echtem Essen an. - Am Nachmittag trifft der Gott in Weiß zur Visite ein. Wer den Dr. Ablassmaier auch nur halbwegs richtig einschätzen kann weiß, daß der natürlich nicht in Weiß kommt. Er ist echt ein lustiger Typ und kommt daher ganz legere reingeschneit, erkundigt sich nach dem Empfinden, kontrolliert die Wundheilung, erklärt kurz den Verlauf der OP, beantwortet Fragen und drückt einem die Krankschreibung gefolgt vom OP-Bericht in die Hand. Wir werden für 3 Wochen krankgeschrieben. Sollte einem das nicht reichen, darf man den Doc gerne per Mail um Verlängerung bitten. Wie geht es nun weiter? Da wird einem die Wahl gelassen. Man darf noch zwei Nächte bleiben, oder schon am Folgetag nach Hause. Die endgültige Entscheidung soll am nächsten Morgen getroffen werden. - Irgendwann am Nachmittag, es klopft – wollen sie einen Kaffee? Halleluja! Die graue Wolkendecke aus fadem Essen und Langeweile reißt auf, Sonnenstrahlen scheinen auf das Tablett vor mir und lassen den Anblick einer Tasse Kaffee wie das Auftauchen einer Oase in der Wüste erscheinen. Es herrscht kurze Irritation unter den Schwestern, ob die beiden Patienten ein Stück Kuchen haben dürfen. Man entscheidet, daß ja. Kuchen in Form eines kleinen verpackten Sandkuchenteilchens. Ist nicht toll, aber ein kaubarer Gegenstand. Ich sage es euch, noch nie hat eine Tassee Kaffee so gut geschmeckt. Lag nicht am Kaffee selber, obwohl der tatsächlich recht gut war, sondern einfach daran, daß man das erste Mal irgendwie Normalität eines gewohnten Tages verspürt. - 17:00 – Abendessen. Ach ja, wir sind im Krankenhaus. Da ist das halt so. Normalerweise wäre das die Zeit, zu der ich mir einen Kaffee koche und drüber nachdenke, was ich irgendwann abends esse. Auf dem Tablett eine abgedeckte Schüssel. Was sich darunter wohl verbirgt? Wieder Kartoffelsuppe, flankiert von einem Töpfchen Grießbrei. Naja, immerhin hat die Suppe diesmal etwas mehr Geschmack. Wieder heißt es langsam und vorsichtig essen. Läuft schon ganz gut, aber man merkt halt weiterhin die Engstelle vor dem Magen. - Gegen 22:00 gibt es die Gutenachtportion Schmerzmittel, die wir dankbar annehmen, denn die Schulter- und Rachenschmerzen sind weiterhin nicht ganz ohne.
Tag 3
- Die Nacht war besser als die davor, aber der Wunsch nach dem eigenen Bett wächst doch ziemlich stark. Schulter- und Rachenschmerzen sind weiterhin vorhanden, aber es wird ein Bisschen besser. - Irgendwann gegen 7:00 - es klopf und Dr. Ablassmaier schneit gut gelaunt rein, erkundigt sich nach dem Empfinden und fragt, wie unsere Entscheidung bzgl. Aufenthalt ausfällt. Wir gucken uns an, einheitliche Antwort – wir wollen Heim! Gut meine Herren, kein Problem, bitte geben Sie der Schwester Bescheid, denken Sie ans Schonen und langsames, maßvolles Essen für die nächsten 6 Wochen und bei Fragen gerne melden. Der Doc ist kein Mann der vielen Worte, und dann ist er auch schon wieder weg, um den nächsten Leidensgenossen durch seine OP zu helfen. - Die lustige Schwester ist wieder da, misst Blutdruck, Fieber, versorgt uns mit der letzten Schmerzmittelinfusion und Lefaxtabletten. - Den Damen am Empfang wird unser Auszugswunsch mitgeteilt. Hier herrscht wieder Irritation. Lt. Plan wäre ich noch einen Tag länger geplant gewesen und mein Mitstreiter eh nur bis heute, was nicht sein kann, denn wir wurden ja am gleichen Tag operiert. Ist aber auch egal, klärt sich alles auf. Am Empfang muss ich noch meinen Krankenhaustagegeldobolus (30€) entrichten und kurze Zeit später stehe ich mit meinem Rucksack vor der Klinik. - Auf zum Bahnhof. Ich lebe ganz in der Nähe von München, also kann ich mit den Öffentlichen fahren. Von der körperlichen Verfassung her ist es kein Problem, das Schmerzmittel tut ganz eindeutig seine Wirkung. Schmerzen habe ich gerade nur ganz wenige, drum geht es jetzt eher darum sich selber zusammenzureißen und langsam zu gehen. Es fühlt sich alles etwas irreal an. Vor zwei Tagen lag ich noch auf einem OP-Tisch, habe 5 Löcher im Bauch und laufe jetzt schon wieder durchs Getümmel der Großstadt. Es gleicht einem Wunder - sollte es das wirklich gewesen sein? Haben die jahrelangen Quälereien mit Reflux, Sodbrennen, permanenten Halsschmerzen, PPIs, unzähligen Tüten Gaviscon und Verzicht auf all die leckeren Speisen, der am Ende doch kaum Einfluss hatte, jetzt einfach so ein Ende? Die Zukunft wird es zeigen, aber ich bleibe vorsichtig optimistisch. - Zuhause springe ich erst einmal unter die Dusche. Duschen ist erlaubt, die Wundverklebung hält das aus. Hätte ich auch im Krankenhaus machen können, aber das war, um ehrlich zu sein, nicht so richtig einladend im Bad. Zuhause ist es einfach schöner. - Den restlichen Tag verbringe ich damit mich auszuruhen und Gedanken über die Ernährung der nächsten Tage zu machen. Möglichst weich sollte die Nahrung sein. Ich hatte schon Hühnersuppe vorbereitet. Auf dem Plan stehen noch Apfelmus, Milchreis, Grießbrei, Toast etc. Ich will es ja nichts überstürzen. Immer kleine Portionen und gut kauen. Es ist weiterhin so, zu große Schlucke tuen weh, weil sie so schnell nicht durch die enge Passage kommen, aber genau das war das Ziel der OP. - Im Laufe des Tages lässt das Schmerzmittel nach. Die Schulter- und Rachenschmerzen flammen wieder etwas auf, sind aber eindeutig besser geworden. - Der Tag endet früh. Ich bin fix und alle.
Tag 4
- Ich habe erst gut geschlafen, aber jetzt tut seltsamerweise die Schulter wieder richtig weg. Die Schmerzen im Rachen lassen dafür deutlich nach. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. - Zum Frühstück gibt es Joghurt mit Leinsamen und Apfelmus. Kaffee gibt es auch. Hatte der Gastroenterologe natürlich verboten, wie eigentlich alles andere auch, das der Menschen gerne isst und trinkt. Sie müssen ab jetzt ein enthaltsames und trostloses Leben führen, anders ist Ihnen nicht zu helfen. So konnte man seine Worte zwischen den Zeilen interpretieren. Wenn ich den in die Finger bekomme. Mir geht es jetzt am 4 Tag nach der OP schon besser als die ganzen letzten 4 Jahre trotz aller Entbehrungen. Warum die Leinsamen im Joghurt? Jetzt werden wir mal kurz wieder medizinisch. Ganz einfach wegen der Verdauung. Der Stuhlgang sollte möglichst weich sein, weil sonst tut es weh beim Drücken. Ist vermutlich auch nicht toll für die Naht im Zwerchfell. Ist meine eigene Interpretation, drum im Zweifelsfall bitte beim Arzt abklären. Das alte Hausmittel Milchzucker hilft übrigens auch. - Im Laufe des Morgens lassen die Schulterschmerzen deutlich nach. Jetzt fühlt es sich nur noch an wie ein leichter Muskelkater – bitte weiter so! - Beim Schlucken, egal ob Getränk oder Nahrung, durchfährt mich sporadisch weiterhin ein leichter Schmerz, der in die linke Schulter ausstrahlt. Ist durchaus auszuhalten, erinnert aber daran vorsichtig zu sein. Wie der Doc schon gesagt hat, immer langsam und maßvoll! - Es ist Abend. Die linke Schulter zieht ganz ordentlich. Der Doc hatte gesagt Schmerzmittel bei Bedarf. Warum soll ich mich quälen? In der Schublade habe ich noch Ibo 600 liegen. Ich teile sie in zwei Hälften, damit die Stücke nicht so groß sind. Ein Glas Wasser – los geht es. Geht doch, zweiter Teil. Auha – das war wohl doch zu schnell. Jetzt merke ich, daß sie vorm Magen stehen. Das ist unangenehm. Hoffentlich geht das gut. Bitte bitte nicht übergeben müssen! Durchhalten……Gott sei Dank, sie sind durch. Das war mir eine Lehre.
Tag 5
- Diesmal habe ich besser geschlafen, aber die linke Schulter zwickt wieder. Verdammt ist das hartnäckig, aber auf dem Zettel vom Doc steht, daß das bis zu 2 Wochen dauern kann. Immerhin ist die Intensität niedriger, als in den letzten Tagen. Ich bleibe optimistisch. Nach dem Aufstehen und Duschen ist es besser. Was machen eigentlich die Halsschmerzen. Sind noch da, aber nicht mehr stark und gefühlt liegen sie jetzt ganz oben. Ein Bisschen so wie zu der Zeit, als ich 40mg PPIs genommen habe. Natürlich wünsche ich mir, daß alle Schmerzen verschwinden, aber alleine wenn es so bleiben würde, hätte ich schon ein Stück Lebensqualität zurückbekommen. Allein das wäre es schon wert gewesen. - Der Tag plätschert so vor sich hin. Zum Essen gibt es Joghurt, Apfelmus, Milchreis, Toast und abends gönne ich mir eine kleine Portion Gnocchi in etwas Butter geschwenkt und ein Bisschen Parmesan drüber. Sie sind weich, das geht sehr gut. - Am Abend tut sich linke Schulter wieder weh. Es nervt ganz schön. Die Schmerzen sind aber nicht so, daß ich wieder eine Schmerztablette bräuchte. - Eine neue Erkenntnis bzgl. Schlucken. Der erste Schluck nach dem Aufstehen von z.B. der Fernsehcouch, fällt schwer. Das Wasser steht kurzfristig vorm Magen. Warum kann ich nicht sagen, es ist einfach eine Feststellung.
Tag 6
- Ich habe gut geschlafen. Von Sodbrennen keine Spur. Der Rachen kratzt noch, aber nicht schlimm. Und die Schulter? Leider zieht die immer noch. Ich würde von der Intensität sagen, daß es ähnlich dem Vortag ist. Nach dem Aufstehen, Duschen etc. ist es besser. - Die Wunden am Bauch spüre ich kaum noch. Sie jucken ein Bisschen, aber Wundheilung funktioniert phantastisch. Die kleinen Schnitte beginnen schon zu verschwinden. Beim Duschen passe ich natürlich trotzdem auf. - Mein Speiseplan für den Tag – Wieder Joghurt mit Apfelmus und Leinsamen zum Frühstück. Ich weiß, langweilig, aber es schmeckt mir halt. Im Laufe des Tages wird es Grießbrei mit Kirschen geben und für den Abend überlege ich mir Kartoffelbrei mit 1-2 Spiegeleiern. - Im Laufe des Tages bekomme ich beim Trinken Schluckauf. Zum Glück nicht schlimm, nur 3-4 Hickser, aber das mag der Nerv gar nicht. Die Schulter tut wieder mehr weh.
Tag 7
- Die Nacht war wieder nicht so toll. Die Schulter will einfach nicht wirklich besser werden, aber im Beipackzettel vom Doc steht, daß es bis zu zwei Wochen sein können. Ich bleibe geduldig. Dafür beruhigt sich der Hals langsam. Es sind kleine Schritte, aber sie geben mir Hoffnung. - Das erste Wochenendfrühstück. Heute gönne ich mir Etwas. Es gibt Milchbrötchen. Die gab es auch im Krankenhaus, also müssten die gehen. Erst eine kleine Portion Joghurt mit Leinsamen – ihr wisst schon. Dann ein weichgekochtes Ei und nun zum Brötchen. Ich spüre wie der Druck in der Speiseröhre steigt. Sofort aufhören zu essen! Einen kleinen Schluck Wasser, aufstehen, durchs Zimmer laufen und die Zähne zusammen beißen. Echt unangenehm, aber jetzt ist der Bissen durch. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, der Rest des Brötchens geht ohne Probleme runter. Es ist, als ob sich Speiseröhre und Magen erst einmal darauf vorbereiten müssen, daß gegessen wird. - Zum Abendessen gibt es Rührei. Wieder ist der erste Bissen schwierig, aber ich weiß ja nun, was ich machen muss.
Tag 8
- Eine Woche ist geschafft. Ich kann kaum glauben, daß ich genau vor einer Woche im OP lag. Die Zeit vergeht rasend schnell. Die Wunden am Bauch spüre ich eigentlich gar nicht mehr. Sie sind auch super verheilt. Um jeden Schnitt ist ein gelb-grüner Fleck, ein abheilender Bluterguss halt. - Irgendetwas ist anders. Ja genau, die Schulterschmerzen sind über Nacht verschwunden. Natürlich nicht vollkommen, aber ich spüre sie jetzt nur noch beim ganz tiefen Durchatmen. Das ist ein tolles Gefühl. Prompt schlafe ich auch besser. Ich denke, daß jetzt die richtige Erholungsphase beginnt. - Der restliche Tag – Business as usual. Ich erledige etwas leichte Hausarbeit und passe auf, daß ich es nicht zu schnell angehen lasse. - Ich erkundige mich nach dem Wohlbefinden meines Zimmernachbarn im Krankenhaus. Seine Genesung nimmt anscheinend exakt den gleichen Verlauf. Er hat gar kein Sodbrennen mehr. Das leichte Brennen im Rachenraum bei mir ist leicht schlechter geworden, aber kein Vergleich zu früher. In Summe bin ich sehr zufrieden. Die Entscheidung zur OP war ganz sicher richtig.
Tag 9
- Habe wieder ganz leichte Schmerzen in der Schulter. Das Thema ist also noch nicht ganz ausgestanden. Auch im Gaumenbereich brennt es leicht. Ich würde sagen, daß die Intensität vergleichbar mit dem Vortag ist.
Tag 10
- Die Schulterschmerzen sind fast komplett verschwunden. Ich spüre sie ein wenig beim Aufwachen, aber mit zunehmender Bewegung sind sie weg. - Leider verschlechtern sich die Schmerzen im Rachenbereich. Ich habe das Gefühl, als säßen sie weiter oben und nicht tief unten, wie es von vor der OP gewohnt war. Mir bleibt nur geduldiges Warten.
Tag 11
- Das mit den Schulterschmerzen ist ausgestanden. Diesen Punkt hake ich gedanklich ab. - Im Hals- Rachenbereich ist eine ganz leichte Besserung zu spüren, aber viel ist es nicht. Die Schmerzen sitzen aber ganz eindeutig höher. Der Bereich war 4 Jahre lang entzündet. Da kann ich keine Wunder erwarten, denke ich. Es wird Geduld brauchen, nicht meine ganz große Stärke. - Auf dem Zettel vom Doc steht, daß es nach ca. 10 Tagen zu Passagestörungen beim Essen kommen kann. Verdammt noch mal - der Mann kennt sich aus. Genau das beobachte ich gerade. Essen fällt mir ziemlich schwer. Jede Mahlzeit beginnt mit einem kleinen Kampf. Die ersten Bissen scheinen gut runter zu gehen, aber dann liegen sie doch vorm Magen. Das ist sehr unangenehm, tut weh und verursacht auch noch Schluckauf. Ruhig bleiben, aufstehen, etwas bewegen, warten und Zähne zusammenbeißen. Mit Gewalt geht da gar nichts! Sind die ersten Bissen durch, geht der Rest dann meist ganz gut runter. Das soll sich mit der Zeit von alleine regulieren. Ich hoffe, daß es nicht zu lange dauert.
Tag 12 - 14
- Schulterschmerzen sind abgehakt. - Der Rachen ist noch nicht in Ordnung, aber wieder ist eine winzige Besserung spürbar. - Ich schaue mir die Wunden am Bauch ganz genau an. Sie sehen super aus. Die Krusten sind alle abgefallen und die Schnitte verblassen schon langsam. Ich bin gespannt, was man am Ende noch davon sehen wird. - Die Passagestörungen sind wirklich unangenehm. Fast jeder Versuch zu essen wird mit unangenehmem Schluckauf bestraft.
Tag 15
- Im Laufe des Tages spüre ich plötzlich eine Veränderung. Das Aufstoßen fällt mir wesentlich leichter. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Es ging auch vorher schon, allerdings nur ganz wenig und es war schwer zu provozieren. Der Rest ist wie gehabt.
Woche 3
- Essen fällt langsam etwas leichter. Ich muss immer noch sehr lange kauen und weiterhin bleibt es manchmal vor dem Magen stehen, aber der Schluckauf währenddessen hat sich deutlich reduziert. Es dauert auch nicht mehr so lange, bis die Nahrung durch die Passage durch ist. Es geht jetzt jeden Tag ein Bisschen besser. - Durch die fortschreitende Genesung werde ich mutiger und muss aufpassen, daß ich es nicht übertreibe. Das fällt wirklich schwer, da ich mich im Grunde wieder richtig fit fühle. Besonders aufpassen tue ich, daß ich keine schweren Sachen hebe. 10kg sind erlaubt, aber die sind auch schnell erreicht, wenn man mal drüber nachdenkt. - Am Ende der 3. Woche probiere ich einen Salat zu essen. Das stellt sich als keine so gute Idee heraus. Der Essig im Dressing reizt wieder meine Schleimhäute im Kehlkopfbereich. Ich war dazu mit dem Doc in Kontakt und er meinte, daß sich die Schleimhäute erst erholen müssen. Das kann bis zu 3 Monate dauern, also nicht verzagen. - Die 3 Wochen Krankschreibung sind rum. Morgen muss ich wieder zur Arbeit. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, aber fit genug fühle ich mich. Am Anfang klingen 3 Wochen nach einer endlos langen Zeit, aber die passen schon. Diese Zeit braucht man einfach. So fit, wie man glaubt, ist man nicht. Und wer körperlich arbeiten muss, der sollte sich besser noch 1-2 Wochen mehr gönnen. Der Doc stellt eine Verlängerung der Krankschreibung aus. Das ist gar kein Problem.
Vielen Dank für deinen Bericht! Das finde ich super von Dir!
Bitte versuche beim Essen lieber auf saure Sachen zu verzichten. Gerade Essig ist echt nicht gut. Ich bin gespannt wie es bei Dir weitergeht. Gute Besserung!
Schluckauf entsteht eigentlich wenn das Zwerchfell verkrampft. Kommt häufiger nach einer OP am Zwerchfell vor. Vergeht aber wieder sobald sich alles eingespielt hat.
Vielen Dank für den Bericht und alles gute. Ich finde interessant, dass du die Passage zum Magen spürst. So war es nach meiner Dor auch der Fall. Kannst du sagen wie das Trinken in den ersten 3 Wochen war. Ich konnte in den ersten 1 bis 2 Wochen nur Schluckweise trinken. Bei mir sind damals innerhalb von 3 Wochen alle Beschwerden im Hals verschwunden.
den medizinischen Grund kann ich dir leider nicht erklären. Ich kann dir nur sagen, wie es sich anfühlt. Wenn ich zu schnell esse kann es passieren, daß die Nahrung nicht schnell genug in den Magen rutscht, von oben aber noch etwas durch die Speiseröhre runter kommt. Ich habe dann das Gefühl, als ob das ganze Zusammenspiel der Muskulatur von Magen, Speiseröhre und Zwerchfell durcheinander kommt und dann gibt es Schluckauf. Die besten Erfahrungen habe ich in solch einem Fall gemacht mit ruhig zu bleiben und die Luft anzuhalten. Natürlich in dem Moment nicht weiter essen, sondern warten. Irgendwann geht es dann wieder und die Nahrung rutscht runter. Das wurde so auch vom Dr. Ablassmaier prognostiziert und ist jetzt schon viel besser, als noch vor zwei Wochen. Der Körper muss sich halt an die neuen Gegebenheiten gewöhnen.
guter Hinweis. Du hast absolut recht - trinken muss man am Anfang auch langsam. 2 Wochen kommt auch ungefähr hin. Ich bin jetzt in der vierten Woche und Getränke ohne Kohlensäure bereiten mir mittlerweile keine Probleme mehr. Die Passage habe ich direkt nach der OP sehr deutlich gespürt, was aber mit der Zeit nachgelassen hat. Jetzt merke ich sie noch, wenn ich zu schnell gegessen, oder nicht ausreichend gut gekaut habe. Dr. Ablassmaier meinte, daß auch zum jetzigen Zeitpunkt noch Schwellungen vorhanden sein können. Das scheint also normal zu sein. Freut mich, daß du deine Halsprobleme so schnell losgeworden bist. Ich denke, daß ich da auch auf einem guten Weg bin. Sie sind jetzt schon um ein Vielfaches besser, als vor der OP. Da wäre ich am liebsten die Wände hoch gerannt an schlechten Tagen. 4 Jahre Dauerentzündung verschwinden leider nicht über Nacht.
Vielen lieben Dank für dein Feedback. Das hört sich doch gut an :) Also scheint doch die Speiseröhrenstraffung der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Dir weiterhin alles gute. Bitte nicht zu schwer heben in den ersten Monaten.
Ich habe mich am 7. Februar 2023 in München von Herrn Dr. Ablaßmaier beraten lassen bezüglich einer BICORN-Operation.
Mittelfristig werde ich mich wahrscheinlich von Herrn Dr. Ablaßmeier operieren lassen. Denn in den zurückliegenden Tagen hatte ich immer wieder leichte Schmerzen im Bereich des Hiatus.
Die Symptome und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensqualität kann ich auf Dauer nicht hinnehmen.
Mein Hausarzt hat mir jedoch von einer Operation abgeraten. Er sagte, dass ich danach "Probleme ohne Ende" haben könnte, wenn es zum Beispiel zu einer Wundheilungsstörung kommt.
Die Symptome und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensqualität kann ich auf Dauer nicht hinnehmen.
Mein Hausarzt hat mir jedoch von einer Operation abgeraten. Er sagte, dass ich danach "Probleme ohne Ende" haben könnte, wenn es zum Beispiel zu einer Wundheilungsstörung kommt.
Viele Grüße Aquamarin
Hallo Aquamarin,
freut mich, daß dir mein Tagebuch gefallen hat.
Die Entscheidung wird dir natürlich niemand abnehmen können. Kennt dein Hausarzt die BICORN-Methode? Ich finde die pauschale Aussage, daß man alle möglichen Probleme bekommen könnte, ganz schön fragwürdig. Sie ist natürlich nicht falsch, das will ich damit nicht sagen, aber am Ende sollte man eine Chancen-Risiken-Abwägung für sich selber machen. Ich bin 45 Jahre alt und weder Ernährungsumstellung, noch PPIs konnten mir in dem Maße helfen, als das ich so den Rest meines Lebens hätte leben wollen. Bei jeder OP kann etwas schiefgehen, ganz klar, aber wie groß ist das Risiko irgendwann an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, wenn man nichts macht, oder eine der schwerwiegenden Nebenwirkungen der Dauereinnahme von PPIs zu bekommen? Das waren die Gedanken, die ich mir gemacht hatte und da fiel mir die Entscheidung nicht sehr schwer. In meinen Augen ist BICORN die "kleinste" Variante der Reflux-OPs, da es im Grunde nur eine Rekronstruktions-OP ist. Wie groß das Risiko eine Wundheilungsstörung ist, weiß ich leider nicht, aber gerade bei dieser Methode entstehen ja sehr wenige Wunden. Wenn du Sorgen in diese Richtung hast, sprich doch einfach noch einmal mit Dr. Ablassmaier. Nur er kann dir sagen, wie oft es Probleme damit gibt. Ich wünsche dir viel Glück!
Am Ende ja. Es fing vor ca. 4 Jahren an mit dem Gefühl einer kommenden Erkältung, also leichtem Kratzen im Hals. Das ging nicht mehr weg, sondern wurde mehr. Aus dem Kratzen wurde ein Brennen. Nicht weiter verwunderlich wurde das Brennen schlimmer nach scharfem, oder saurem Essen. Das habe ich dann irgendwann schon gar nicht mehr gegessen. Mit einer Null-Säure-und-Zucker-Diät in Verbindung mit PPIs konnte ich die Symptome etwas mildern, aber keineswegs beseitigen. Auf Dauer wäre das eh nicht zu machen gewesen. Am Ende konnte ich machen, was ich wollte. Das Brennen war nur noch in die negative Richtung beeinflussbar, aber nicht mehr in die positive. Es gab nur noch schlechte und noch schlechtere Tage. Da halfen ürigens auch Alginate nicht mehr, die ja eigentlich hätten verhindern sollen, daß Säure aufsteigen kann. Das war dann der Moment, an dem ich nicht mehr wollte und das Thema OP angegangen bin. Den allerletzten Ausschlag hat dann noch die pH-Metrie gegeben. Dabei ist herausgekommen, daß ich unter sehr häufigem Reflux leide. Ein DeMeester Score von über 40 soll wohl schon recht hoch sein.
Zitat von Sebart78 im Beitrag #13Am Ende ja. Es fing vor ca. 4 Jahren an mit dem Gefühl einer kommenden Erkältung, also leichtem Kratzen im Hals. Das ging nicht mehr weg, sondern wurde mehr. Aus dem Kratzen wurde ein Brennen. Nicht weiter verwunderlich wurde das Brennen schlimmer nach scharfem, oder saurem Essen. Das habe ich dann irgendwann schon gar nicht mehr gegessen. Mit einer Null-Säure-und-Zucker-Diät in Verbindung mit PPIs konnte ich die Symptome etwas mildern, aber keineswegs beseitigen. Auf Dauer wäre das eh nicht zu machen gewesen. Am Ende konnte ich machen, was ich wollte. Das Brennen war nur noch in die negative Richtung beeinflussbar, aber nicht mehr in die positive. Es gab nur noch schlechte und noch schlechtere Tage. Da halfen ürigens auch Alginate nicht mehr, die ja eigentlich hätten verhindern sollen, daß Säure aufsteigen kann. Das war dann der Moment, an dem ich nicht mehr wollte und das Thema OP angegangen bin. Den allerletzten Ausschlag hat dann noch die pH-Metrie gegeben. Dabei ist herausgekommen, daß ich unter sehr häufigem Reflux leide. Ein DeMeester Score von über 40 soll wohl schon recht hoch sein.
Hi Seebart,
ich freue mich für Dich und hoffe das es so bleibt, bzw. es stetig besser wird. Ich würde gerne wissen, ob Du sauren und stillen Reflux hattest? Und wie war der Ruhedruck des unteren Ösophagus-Sphinkters?
vielen Dank :-) Ich hoffe auch, daß es weiter bergauf geht. Aktuell habe ich wieder etwas mehr mit dem Gefühl eines trockenen Halses zu kämpfen. Das Gefühl sitzt allerdings höher, als vor der OP und ist auch weit weniger stark. Vielleicht liegt es auch mit ein Bisschen an dem Heuschnupfen, der mich ungewöhnlich heftig erwischt hat.
Jetzt aber zu deinen Fragen. Von den gefühlten Symptomen her hatte ich eher stillen Reflux, denn klassisches Sodbrennen habe ich nur sehr selten gespürt. Da sich in der Speiseröhre aber ein kleiner Barrett Ösophagus gebildet hatte und der DeMeester Score über 40 lag, muss es meinem Verständnis nach auch saurer Reflux gewesen sein. Soweit ich es richtig gelesen habe, kann die klassische pH-Metrie keinen stillen Reflux messen bzw. ist da nicht zu 100% aussagekräftig. Stiller Reflux dürfte auch keinen Barrett Ösophagus ausbilden. Deine Frage nach dem Ruhedruck des unteren Ösophagus-Sphinkters kann ich dir leider nicht genau beantworten. Es hat mich auch gewundert, daß in der Diagnose keine Werte dazu standen. Es wurde mir nur mitgeteilt, daß der Ruhedruck im normalen Bereich liege. Die Aussage war für mich wichtig, da ich schon gelesen hatte, daß die Bicorn-Methode bei sehr geringem Ruhedruck nicht so sicher sei. Für Bicorn habe ich mich entschieden, weil diese Methode keine Tür zuwirft. Die Nebenwirkungen sind recht gering und die OP wäre im allerschlimmsten Fall sogar rückgängig zu machen. Bei einer Fundoplicatio ist das nicht so ohne Weiteres möglich. Es war am Ende für mich einfach eine Chancen-Risiken-Abwägung.
Danke für Deine Antwort. Mein DeMeester Score liegt bei 37. Mein Ruhedruck ist laut Bericht leider gering. Ich habe auch keine genauen Wert, wie gering dieser. Bin auch schon länger am überlegen, ob eine OP nach Löhde, Ablaßmeier oder Zarras sinnvoll ist. Empfohlen wird natürlich die Fundo. Ich warte erst einmal ab…. Aber es freut mich, dass es bei Dir geklappt hat. Viele Grüße
mit den Randbedingungen ist die Entscheidung nicht einfach. Da hast du mein ganzes Mitgefühl! Lebst du im Raum München, oder müsstest du von weit her anreisen? Meine Frage zielt in folgende Richtung ab. Meine ganz persönliche und nicht medizinische Meinung bzw. Einschätzung ist, daß man mit dem vermeidlich kleinsten Eingriff anfangen sollte. Eine Steigerung in Form eine Fundo ist immer noch möglich, soweit ich da richtig informiert bin. Dr. Ablassmaier gehört zum Reflux-Zentrum in München. Hier werden diverse OP-Methoden angeboten und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß man vom Reflux-Zentrum abgewiesen wird, nur weil einer der angehörigen Ärzte schon operiert hat. Das müsste man natürlich vorher mal erfragen. Die Fundo ist sicherlich die effektivste Methode, aber auch die drastischste. Aufstoßen und Erbrechen ist dann nicht mehr möglich. Das klingt im ersten Ansatz gar nicht so schlimm, aber ich kann mir vorstellen, daß das extrem unangenehm werden kann. Die ersten Wochen nach der OP habe ich auch fast keine Luft raus gebracht, weil vermutlich die Schwellungen der OP noch zu stark waren. Damit ist echt nicht zu spaßen. Es ist extrem unangenehm, wenn von oben Nahrung/Getränke runter wollen, die Luft von unten aber nach oben drückt. Ich bin froh, daß das wieder besser funktioniert. Jetzt hatte ich keine Fundo, drum weiß ich nicht, inwieweit sich das irgendwann legt, oder man lernt damit zu leben, aber ich würde nicht damit leben wollen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Da würde ich lieber das Risiko eine erneuten OP in Kauf nehmen. Aber wie gesagt, ich bin kein Mediziner, da müsstest du dich ggf. selber noch einmal ausführlich informieren. Ich meine mal gelesen zu haben, daß Dr. Ablassmaier im Falle eine Nach-OP eine Fundo legen kann, aber sicher bin ich mir nicht. An deiner Stelle würde ich ihm da einfach die Pistole auf die Brust setzen und fragen, was im Falle eines Misserfolges passiert. Klar wird der Erfinder eine Methode seine immer für die Beste halten und anpreisen, aber auf der anderen Seite darf er dich als Mediziner auch nicht anlügen. Ein letzter ganz persönlicher Tipp von mir - warte nicht zu lange mit der Entscheidung. Wir alle haben nur ein Leben und das sollten wir genießen dürfen. Beantworte dir einfach die Frage, ob du für den Rest deines Lebens im aktuellen Zustand leben kannst/möchtest und wenn nein, dann faas dir ein Herz und packe es an. Ich wünsche dir alles Gute
Zitat von Gretsch im Beitrag #16Danke für Deine Antwort. Mein DeMeester Score liegt bei 37. Mein Ruhedruck ist laut Bericht leider gering. Ich habe auch keine genauen Wert, wie gering dieser. Bin auch schon länger am überlegen, ob eine OP nach Löhde, Ablaßmeier oder Zarras sinnvoll ist. Empfohlen wird natürlich die Fundo. Ich warte erst einmal ab…. Aber es freut mich, dass es bei Dir geklappt hat. Viele Grüße
Moin Seebart, ich komme aus der ganz anderen Ecke Deutschlands, aus Schleswig- Holstein. Ich hatte auch schon Kontakt zu Dr. Löhde, wegen einer OP. Es hörte sich für mich alles super an, allerdings wusste ich da auch noch nicht über meinen niedrigen Ruhedruck des UÖS Bescheid. Ich sehe das ähnlich wie Du, zuerst lieber eine Wiederherstellung der natürlichen Anatomie. Wenn das nichts bringt, könnte man immer noch eine Fundo oben drauf legen. Ich werde aber noch etwas abwarten, da ich zur Zeit mit dem Iqoro arbeite und hoffe, so die Muskulatur entlang der Speiseröhre und den UÖS zu stärken.
Zitat von Gretsch im Beitrag #18Moin Seebart, ich komme aus der ganz anderen Ecke Deutschlands, aus Schleswig- Holstein. Ich hatte auch schon Kontakt zu Dr. Löhde, wegen einer OP. Es hörte sich für mich alles super an, allerdings wusste ich da auch noch nicht über meinen niedrigen Ruhedruck des UÖS Bescheid. Ich sehe das ähnlich wie Du, zuerst lieber eine Wiederherstellung der natürlichen Anatomie. Wenn das nichts bringt, könnte man immer noch eine Fundo oben drauf legen. Ich werde aber noch etwas abwarten, da ich zur Zeit mit dem Iqoro arbeite und hoffe, so die Muskulatur entlang der Speiseröhre und den UÖS zu stärken.
Vorsicht mit der Annahme, das man dann einfach eine Fundo drauf legen kann. Einfach mal mit Chirurgen die nach den alternativen Methoden dich überhaupt operieren möchten.
Ärzte die Profis in Fundos sind wie die Winkelmanns wollen nach einem Löhde Netz garnicht mehr an einen rangehen und so reagieren einige Ärzte. Dieses Netz kann verwachsen und wenn es gelöst werden muss, ist es für den Chirurgen nicht einfach und für den Patienten wird es extrem gefährlich.
Zitat von anouser im Beitrag #19Wie lange nutzt Du iqoro schon? Hat es schon etwas gebracht?
Ich mache die Übungen ca. seit Mitte Februar. Es gibt Tage, da geht’s mir besser und ich denke dann natürlich, dass es an den Übungen liegt. Zur Zeit ist es wieder schlimmer mit dem LPR. 😞 Es kann wohl bis zu 9 Monaten dauern, dass eine Besserung eintritt. Ich glaube da mal dran. ☺️ Ich muss dazu sagen, dass ich momentan nicht nach einem Diätplan lebe. Habe alles versucht, hat alles nichts genutzt. Was ich aber vermeide, ist Schokolade.
Ich bin 2016 von Dr. Ablassmaier und 2021 Dr.Thomas operiert worden. Das mit der Engstelle am Mageneingang ist bei mir geblieben. Gewisse Konsistenzen an Nahrung z.B. Fleischbrötchen,- Pommes rutschten nach ein paar Bissen sehr schlecht, es kommt auch ab und an zu einem richtigen schmerzenden Krampf. Das war vor der OP nicht! Dafür hatte ich bis heute noch kein Sodbrennen im Hals.
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